Freitag, 10.01.25
Nach 14 Stunden Flug landen wir in Buenos Aires. So gegen 11 Uhr Ortszeit kommen wir an unserer Wohnung in Palermo an und können schon mal die Koffer abstellen. Die Adresse ist Jufre 102, wirklich zu empfehlen.
Beim ersten Spaziergang finden wir eine Wechselstube, der Kurs ist: 1 Euro – 1.240 argentinische Pesos.
Nach dem Einchecken und kurzem Ausruhen spazieren wir zum Plaza Inmigrantes de Armenia, wo es hübschen kleinen Kunstmarkt gibt.
Wir wären so gerne abends zu Nube Nueve gegangen, die ganz in der Nähe auftreten, sind aber beide zu müde, um bis 21 Uhr zu warten.
Samstag, 11.01.25
Wir sind gut ausgeschlafen. Nach dem Frühstück in unserem süßen Cafe um die Ecke laufen wir die sechs Kilometer in die Innenstadt zu Fuß.
Buenos Aires ist bunt. Es gibt ganze Straßenzüge mit Geschäften, die Kostüme, Masken und Feierartikel verkaufen.
Vor das Kongressgebäude hat jemand „Milei, hijo de puta“ geschrieben. Aber die meisten Menschen hier schätzen ihren Präsidenten, der für einen Wirtschaftsaufschwung gesorgt hat.
Wir haben Glück und müssen nur etwa 20 Minuten warten, um in das berühmte Cafe Tortoni reinzukommen.








Sonntag, 12.01.25
Wir haben uns für etwa 3 Euro die SUBE-Karte im Kiosk besorgt, die man für Bus- und Bahnfahrten braucht. Wir wollen zum Friedhof Recoleta im Norden der Innenstadt.
Die Bushaltestelle ist an einer dreispurigen Einbahnstraße, das sind fast alle Straßen in der Stadt. Nach einer Viertelstunde kommt unser Bus. Leider sind wir nicht rechtzeitig auf die Straße gesprungen, der Bus fährt einfach durch. Aber beim nächsten Bus passen wir besser auf ! 🙂
Auf dem Friedhof läßt sich beerdigen, wer Geld hat. Unter anderem ist hier auch das Grab von Evita Peron, der zweiten Frau des damaligen Präsidenten Juan Peron. Evita starb im Alter von nur 33 Jahren an Krebs.
Nach dem Besuch des Friedhofs spazieren wir über einen großen Flohmarkt zur Floris Generica.
Anschließend fahren wir mit der U-Bahn quer durch die Stadt. Eine Subte-Station war geschlossen, weswegen wir etwas verwirrt sind. Ein sehr hilfsbereiter Mitfahrer erklärt uns sehr ausführlich, welchen Umweg wir fahren müssen.
Unser Ziel ist La Boca, das schrille bunte Viertel, die Heimat von Maradona und Messi, die allgegenwärtig sind, ebenso wie die Farben des Club Atletico Boca Juniors (CABJ), blau und gelb.
Anschließend laufen wir zu Fuß – bei über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit – die knapp vier Kilometer bis zum Puerto Madero.
Sehr beeindruckend !
Nur leider war das Steakrestaurant sehr enttäuschend, für das wir uns entschieden haben. Mein Steak war ja soweit okay, aber Gaby hat kaum was gegessen …













Montag, 13.01.25
An unserem letzten Tag in BA machen wir einen Ausflug ins 35 Kilometer entfernte Tigre. Wir machen eine Bootsfahrt im Delta des Rio de la Plata, das eine Fläche von etwa 10.000 Quadratkilometern hat und von vielen kleinen Flüssen durchzogen ist.
An den Flussufern haben viele gutbetuchte Bürger von Buenos Aires ihr Domizil.






Mittwoch, 15.01.25
Gestern sind wir in Ushuaia, Feuerland, angekommen, also am Ende der Welt.
Wir fahren mit dem Shuttle Bus zum Tierra de Fuego Nationalpark. Wollten eigentlich vom Postamt ein paar Karten nach Hause schicken, aber das ist leider geschlossen.
Das Wetter ist herrlich, strahlender Sonnenschein, der acht Kilometer lange Weg an der Küste ist wunderschön.
Mittags kommen wir am Alakush an, dem Infocenter des Parks.
Nach einem Cafe con lecce laufen wir am Lago Roca Richtung Grenze nach Chile. Wir brauchen keine 3,5 Stunden, sondern nur 65 Minuten für die gut fünf Kilometer.
Um 17 Uhr müssen wir für die Rückfahrt am Infocenter sein, das schaffen wir locker !


Donnerstag, 16.01.25
Heute trennen Gaby und ich uns für ein paar Stunden. Ich mache eine Bootstour auf dem Beagle Kanal, Gaby hat Angst vor Seekrankheit und macht deswegen eine Wanderung.
Wir fahren zu dem bekannten Leuchtturm, der voller ziemlich fauler Seelöwen ist. Unterwegs komme ich ins Gespräch mit Monica aus Guatemala und Mariajose aus Cordoba (Argentinien). Später kommt noch eine Familie aus Buenos Aires dazu.




Abends gehen wir in der Dieguito Pizzeria & Parrilla, Magallanes 967, essen. Wir wollten zwei Pizzas bestellen, der Wirt hat uns aber von EINER Pizza überzeugt, und die war riesig und klasse, wie überhaupt die Athmosphäre im Restaurant. Sehr empfehlenswert !
Der nächste Tag ist Reisetag. Vor dem Abflug gehen wir nochmal in die Wechselstube, bekommen für 300 Euro 360.000 Pesos, in 360 Scheinen zu 1000 Pesos … 🙂





Samstag, 18.01.25
Gestern sind wir in El Calafate angekommen, mitten in Patagonien, nicht weit von der chilenischen Grenze. Es geht zum Perito Moreno, dem Gletscher mit der drittgrößten Eisfläche nach Antarktis und Grönland.
In dieser Gegend gibt es über 1000 Gletscher, der Perito Moreno ist nur der drittgrößte von ihnen mit einer Höhe von maximal 70 Metern.
Der höchste, allerdings nicht mit dem Auto erreichbare Gletscher hat eine Höhe von 140 Metern.
Im Gegensatz zu schwimmenden Gletschern steht der Perito Moreno auf dem Grund des riesigen Sees.
Obwohl ich mein FC-Trikot anhab, verliert der FC das Spiel beim HSV mit 0:1. 🙁
Sonntag, 19.01.25
Ganz kurz entschlossen investieren wir etwa 500,- Euro für eine Tagestour in den Torres del Paine Nationalpark auf der chilenischen Seite.
Morgens um halb sieben werden wir abgeholt und fahren durch die Steppe, besichtigen dabei viele Guanacos, wilde Lamas. Unser Fremdenführer Santiago unterhält uns ausgezeichnet während der langen Fahrt.

Wir passieren die Grenze in der Nähe der Ranch Cancha Carrera, brauchen etwa eine Stunde für die Abfertigung. Gegen 12:30 Uhr sind wir endlich am Ziel und halten an verschiedenen Aussichtspunkten.
Der Höhepunkt ist ein etwa einstündiger Spaziergang, bei dem wir auch Emilio kennenlernen, der allerdings nur noch ein Skelett ist.
Um 22:30 Uhr kommen wir im Hotel an, endlich gibt es Bier und Empanadas, die wir wohlweislich vorher eingekauft hatten.
Trotz der langen Fahrzeit war es ein toller Ausflug !









Montag, 20.01.25
Wir lassen einen Koffer in El Calafate und laufen zu Fuß die knapp drei Kilometer bis zum Busbahnhof. Auf den letzten 600 Metern nimmt uns eine nette Senora mit dem Auto mit.
Pünktlich um 10:30 Uhr fährt der Bus nach El Chalten ab, vorbei am Lago Viedma. Die Fahrt dauert etwa zweieinhalb Stunden.
Der Ort El Chalten wurde erst 1985 gegründet und hat heute 3500 Einwohner. Ein hübscher Ort, aber ziemlich deftige Preise überall.
Wir haben Glück und finden abends ein nettes kleines Restaurant mit Namen Patagonia Gourmet, wo wir das Tagesgericht nehmen: Queso, ein typisch argentinisches Eintopfgericht mit Fleisch und verschiedenen Gemüsen, sehr lecker !
Dienstag, 21.01.25
Was für ein toller Tag !
Unsere Unterkunft ist sehr einfach, kostet aber auch immerhin um die 100 Euro pro Nacht. Unsere junge Gastgeberin ist sehr nett, beim Frühstück ist es gemütlich, man kommt leicht mit den anderen Gästen ins Gespräch.
Gegen 8:30 Uhr brechen wir auf. Morgens ist es noch neblig, aber es klart sich schnell auf. Es geht hinauf zur Laguna de los Tres, insgesamt 11,5 Kilometer. Für den letzten Kilometer brauchen wir 45 Minuten, es geht steil bergauf. Aber die Mühe hat sich gelohnt !
Um 18 Uhr sind wir wieder unten, meine Wander-App sagt uns, dass wir insgesamt 23,76 Kilometer gelaufen sind und 1101 Höhenmeter bewätigt haben. Wir belohnen uns standesgemäß und genießen die Happy Hour mit Abbey aus London und Andy aus Schottland.

Mittwoch, 22.01.25
Heute geht es zu der anderen Lagune, Laguna Torre. Zweimal haben wir nicht soviel Glück mit dem Wetter, es regnet oft. Aber immerhin schaffen wir auch heute 22.64 Kilometer und 554 Höhenmeter.Abends essen wir nochmal im Patagonia Gourmet, das Tagesgericht heißt „Bifes al Criolla“.
In der Nacht war es unglaublich stürmisch, unser Bett hat scheinbar gewackelt !






Freitag, 24.01.25
Wir hatten zwei Reisetage. Am Donnerstag ging es mit dem Bus zurück nach El Calafate, und heute sind wir von dort mit Umstieg in Buenos Aires nach Puerto Iguazu geflogen, Luftlinie etwa 4000 Kilometer !
Puerto Iguazu liegt in der nordöstlichen Ecke von Argentinien, grent an Brasilien und an Paraguay.



Samstag, 25.01.25
Wir besuchen eines der Weltwunder, die Wasserfälle des Rio Iguazu. Dabei heißt es Daumen drücken für den FC, dessen Partie gegen Elversberg um 9 Uhr Ortszeit beginnt. Das Trikot habe ich schon morgens beim Frühstück an. Am Ende heißt es 1:0 für unseren FC !

Vormittags scheint die Sonne, wir wandern alle Wege ab und genießen die Wasserfälle aus allen Perspektiven.
Mittags beginnt es zu regnen. Mit einem kleinen Zug fahren wir zur Station Gargantas und warten geduldig von 13 Uhr bis 15 Uhr, bis der Regen läßt. Erst dann laufen über den Steg zur Teufelsschlucht. Auf der Plattform gibt es keine Chance, trocken zu bleiben. Unglaublich, diese Wassermassen !
Sonntag, 26.01.25
Die Anfahrt auf der brasilianischen Seite ist etwas komplizierter, wir müssen mit dem Bus durch die Passkontrolle, das geht aber schnell.
Wegen dem Massenandrang ist der Eintritt verteilt, wir haben Tickets für den Bus um 11:30 Uhr, der uns die 10 Kilometer bis kurz vorm Wasserfall fährt.
Das Schauspiel ist gigantisch !
Nachmittags wandern wir auf dem Ytepopo Senda fünf Kilometer am Fluss entlang durch den Urwald und dann nochmal etwa drei Kilometer zur Bushaltestelle. Unterwegs gibt es
einen Affen, mehrere Echsen und viele Schmetterlinge. Ein sehr schöner Weg !
Anschließend müssen wir bei gefühlten 40 Grad ziemlich lange auf den Bus warten, der uns auf die argentinische Seite zurückbringt.

Dienstag, 28.01.25
Gestern sind wir in Rio angekommen.
Unser Hotel ist direkt an der Copacabana, der erste Spaziergang geht vier Kilometer am Strand entlang bis nach Ipanema. Wir laufen durch diesen noblen Vorort mit vielen Restaurants zum Lagoa Rodrigo de Freitas, wo wir unser Picknick abhalten.
Am späten Nachmittag ist das erste Mal Schwimmen im Meer angesagt, gleich gegenüber vom Hotel an der Copacabana.
Abends entdeckt Gaby in einer Nebenstraße ein kleines Restaurant, wo offensichtlich viele Einheimische essen gehen. Super lecker gegessen !


Mittwoch, 29.01.25
Das Wetter ist gut, nach dem Frühstück geht es etwa 3,5 Kilometer zu Fuss zum Zuckerhut. Es gibt gar keine langen Wartezeiten, die Fotos sprechen für sich …
Anschließend fahren wir mit Uber ins Stadtzentrum. Unseren Fahrer müssen wir unterwegs überzeugen, uns nicht zu früh rauszuschmeißen … 🙂
Nach einem Snack am Teatro Municipal suchen wir erst das Künstlerviertel mit seinen berühmten Kacheln und bunter Treppe. Anschließend gehts ins
Hafenviertel und in die Altstadt, dann sind wir genug rumgerannt.
An der Metro gab es mal wieder leichte Komplikationen, da der einzige Fahrkartenautomat einen technischen Defekt hatte.





Donnerstag, 30.01.25
Morgens sind wir noch unschlüssig, ob wir auf den Corcodova mit der Christus-Statue fahren, deswegen erkunden wir erstmal die Gegend um die Vororte Flamengo, Catete und Gloria. Vom Largo do Machado aus besichtigen wir einige schöne historischen Fassaden, spazieren ein Stück am Strand entlang und machen Pause im sehr schönen Parque do Catete.







Jetzt wird es aber Zeit für die Christus-Statue. Nach mehrmaligem Fragen und längerem Suchen finden wir die richtige Bushaltestelle hinter der Igreja da Gloria in der Nähe des Largo do Machado. Die Buslinie 422 fährt direkt zum Fuß des Corcovado.
Hoch geht es mit der Zahnradbahn, das kostet 102 Realos pro Person, etwa 16 Euro.
Als wir oben aussteigen, höre ich hinter mir eine Stimme: „Detlef !“
Ich drehe mich um und sehe Petra, die ich vor über 20 Jahren bei PBI kennengelernt habe. Sie wohnt seit langem schon in Bogota, und wir treffen uns in Rio de Janeiro ! 🙂
Abends essen wir nochmal in unserem Restaurant von Dienstag. 👍






Freitag, 31.01.25
Tag der Abreise.
Um 7 Uhr gehen wir ein letztes Mal schwimmen im Meer. Nach dem Frühstück haben wir noch Zeit für einen Spaziergang an der Copacabana. Bevor wir uns an die Bar setzen und uns noch einen Aperol Spritz am Strand gönnen, benutzen wir eine öffentliche Toilette und bezahlen 3,60 Real (etwa 60 cent) fürs Pinkeln, und zwar mit Karte !
Danach gehts mit Uber zum Flughafen.
Wir müssen in Sao Paulo umsteigen. Im Flieger sitze ich neben Bruno aus der Schweiz und der Brasilianerin Simone. Sie haben sich in Rio kennengelernt, sind seit 20 Jahren verheiratet und leben jetzt in der Schweiz.
Wir sind sehr geflasht von dieser Reise wieder nach Hause gekommen. Abgefahren waren wir mit gemischten Gefühlen. Ich kannte Südamerika gar nicht, Gaby war vorher nur einige Wochen in Kolumbien.
Bis auf die letzten drei Tage haben wir die Zeit in Argentinien verbracht, wenn man von den beiden Grenzübertretungen nach Chile absieht. Argentinien ist ein tolles und unbeschreiblich großes Land. Wir haben ganz verschiedene Landschaften und ganz unterschiedliche Menschen kennengelernt. Vorher war uns klar, dass wir diese weite Reise nur einmal im Leben machen würden.
Jetzt sind wir uns da nicht mehr so sicher.